Rubrik: Internet
Heimliche Wohnungsdurchsuchungen für Schäubles-Bundestrojaner?
Bisher hatte ich mich nur am Rande mit dem Themen "Vorratsspeicherung", "Bundestrojaner" und "Computerwanzen" beschäftigt, schließlich dreht es sich auf electrobeans vorwiegend um "unterhaltsame" elektronische Gadgets. Mit der entsprechender Freizeit ausgestattet surfe ich nun seit ein paar Tagen durch unser geliebtes Netz auf der Suche nach weiteren Informationen zum obigen Thema. Dabei bleibe ich öfters in den Beiträgen und Kommentaren innerhalb der Foren des Heise-Verlags hängen. Folgende Fundstücke des Netzes regten mich stark zum Nachdenken an:
Beim diesjährigen Chaos Computer Communication Congress (24C3) in Berlin dreht sich alles um die Kernfrage: Wie schleusen unser Bundesbeamten die entsprechenden Computerwanzen (Remote Forensic Software) auf unsere Kisten? Neben den nahliegenden Varianten wie: E-Mail mit netten Anhang, Einbau der Software in ausführbare Dateien über den Internetprovider des Vertrauens oder Einspeisung durch Schwachstellen (Exploits) skizziert Andreas Bogk (CCC) eine weitere beängstigende Variante:
Am wahrscheinlichsten ist es für den Hacker aber, dass die Wanze in Hardwareform im Rahmen einer heimlichen Wohnungsdurchsuchung eingebaut wird. Entsprechende "USB-Teile" seien in Form eines Keyloggers zur Aufzeichnung von Tastatureingaben bereits in einem Internet-Café entdeckt worden. Zu diesem Ansatz passe auch, dass Kriminalämter jüngst eine Befugnis für verdeckte Wohnungsdurchsuchungen gefordert und dabei etwa vom niedersächsischen Innenminister Uwe Schünemann (CDU) unterstützt worden seien.
Sollte der Staat mit "heimlichen Wohnungsdurchsuchungen" aktiv werden würde ich ernsthaft fragen ob ich noch im richtigen Lande lebe. Ich hoffe die Netzgemeinde zeigt die entsprechende Reaktionen, das Medium hierfür nützen wir ja schon ein paar Jahre und ein Großteil der Netzbrüder und Netzschwestern ist unseren Bundesbeamten überlegen.
Auch nett:
Schon besser läuft der Telex-Anteil des geplanten Steampunk-Systems. Mit einem selbstgebauten Adapter und einem Netzwerktreiber schafften es die Hacker, auf einem frisch erstandenen Telex-Gerät aus der Mitte des vergangenen Jahrhunderts den RSS-Feed des Kongresse in Grundzügen ausdrucken zu lassen. Das Gerät böte zwar nur Übertragungsraten mit 50 Baud beziehungsweise Bit pro Sekunde. Dies sei aber nach wie vor die Standardgeschwindigkeit etwa auch bei GPS. Es gilt nun nach Ansicht der Bastler, der "Agonie" des Telex-Netzwerkes entgegenzuwirken. Die Deutsche Telekom stelle ihren entsprechenden Dienst zwar am 1. Januar ein. Trotzdem sei das Netzwerk, das bereits in den 1930ern den globalen Nachrichtenaustausch beflügelte, gerade in Zeiten der Vorratsdatenspeicherung als Rückzugsraum für die Hackergemeinde wichtig: "Die Regierung spricht immer über die Beobachtung von Internet und E-Mail, nicht die Rede ist dagegen von Telex."
Passend auch, der Hinweis des leider 2001 verstorbenen CCC-Mitbegründers Wau Holland, der einen "vorausschauenden Umgang" mit Gesetzen empfahl.
Informationsquellen und lesenswerte Artikel auf heise.de:
24C3: Hacker gegen 24-Stunden-Rundum-Überwachung
24C3: Kampf gegen Schäubles Computerwanze
23C3: Hackertreffen schließt mit neuem Besucherrekord
5 Kommentare
Es ist schon erschreckend, was sich Schäuble alles einfallen lässt, um seine Parnoia zu bedienen. Aber ich denke, dass er nicht nur die juristische, sondern auch die technischen Probleme bei Weitem unterschätzt
Erschreckend...ja...
was noch erschreckend ist. das vielen leuten jetzt so etwas auffaellt nachdem das Gesetz und etliche Demokampanien vorbei is sind ^^ jetzt ists quasi fast zu spaet...
Aber gut mich soll es nicht belasten nen usb teil an meinem notebook wuerde auffallen und alles andere bei mir nachbauen wuerde auch auffallen ausserdem bin ich oefters unterwegs und nutze insgesammt 3 verschiedene Internetanbindungen... na das wird interessant...spass beiseite.
Ich ueberlege ernsthaft auszuwandern...die schweiz ruft irgendwie
falls mir meine festplatte abraucht, kann ich mich dann eigentlich an irgendne behörde wenden ob die vielleicht ein backup von meinen daten haben? ![]()
tja, so müsste man sich wenigstens keine sorgen mehr um die lästigen backups machen...
ich dachte eigentlich immer als bürger habe man rechte, doch im prinzip sind wir ja doch nur marionetten in einem grossen theaterstück... ![]()
Das mit dem Backup is dochn toller Service für den rechtschaffenden Bürger?^^

