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Home > Archiv > April 2008 > Sonntag, 27.04.2008 - 23:36 Uhr | [fp]

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Review: LG KF600
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Review: LG KF600

Vor zehn Tagen rief ich dazu auf, Fragen zum LG KF600 zu stellen. Einige LeserInnen haben davon Gebrauch gemacht. Vielen Dank dafür! Ich beziehe eure Anregungen in meine Bewertung mit ein. Diese erfolgt, weil gut bewährt, nach dem Prinzip:

4 Wertungskategorien * 25 = 100 mögliche Punkte

Zu Beginn noch der Hinweis, dass hier nicht unter Laborbedingungen getestet wird, sondern im wahren Leben. Dort nämlich, wo die Geräte sich auch beim Benutzer beweisen müssen. Das ganze ist also keineswegs wissenschaftlich, sondern basiert auf den Eindrücken eines kritischen Handynutzers.

Das Testgerät
Zur Verfügung stand mir ein handelsübliches KF600 (auch Venus genannt) mit komplettem Funktions- und Lieferumfang, das der Redaktion vom Hersteller LG freundlicherweise zur Verfügung gestellt wurde. Es handelt sich dabei um ein Sliderhandy mit Standard-Nummernblock und 3-Megapixel-Kamera für 399 Euro (ohne Vertragsbindung). Besonderheit ist der kleine Touchscreen, der sich unterhalb des normalen Displays befindet, und je nach aktuell geöffneter Anwendung unterschiedliche Funktionstasten bereit stellt. Weitere technische Daten und Infos findet ihr auf der Produktseite des Herstellers.

Ausstattung & Lieferumfang
Wer die Funktionsauflistung des KF600 liest, wird dort die Features finden, die heute bei einem so genannten Multimedia-Handy zu erwarten sind: MP3-Player, Kamera (3 Megapixel), Videoaufnahme, MMS- und E-Mail-Fähigkeit, MicroSD-Steckplatz, Webbrowser (WAP 2.0 / EDGE), T9 Eingabehilfe, Triband-Funktionalität, Bluetooth, Java-Unterstützung.

„hat das handy telefon?"
Frage von grops am 16.04.08, 19:15 Uhr

Ähm, ... ja! ;-)

„Kann ich mit dem Handy skypen (iPhone kann´s seit gestern)?"
Frage von AnzeigenSpezialist am 16.04.08, 20:58 Uhr

Was das angeht sieht es wohl schlecht aus. Ich bin nicht wirklich ein Skype-Guru, vor allem nicht auf Mobiltelefonen, aber doof bin ich auch nicht. Konnte es nicht abschließend klären, aber müsste wenn möglich wirklich sehr gut versteckt sein.

Besonders zu erwähnen ist der zusätzliche Touchscreen, der die herkömmlichen Pfeil- und Shortcuttasten ersetzt und sich je nach Funktion anpasst. Zur Umsetzung dieser Idee später mehr. Dass das integrierte FM-Radio im Test überhaupt nicht überzeugen konnte, sei aber an dieser Stelle schon verraten. Einziger Wermutstropfen ist die fehlende UMTS-Funktionalität, die, man betrachte die Aufschreie nach dem iPhone-Start, offenbar vielen Kunden schon heute sehr wichtig ist. Sie drückt die Wertung in der ersten Kategorie um 4 Punkte. Der mit 40 MB sehr klein bemessene interne Speicher, von dem nur knapp 20 MB für Multimedia-Inhalte zur Verfügung stehen, wird am Ende ausführlicher thematisiert, soll aber hier schon einmal erwähnt werden.

Im Lieferumfang sind neben dem eigentlichen Gerät und dessen Akku ein gedrucktes Handbuch, eine Software-CD, ein kabelgebundenes Headset in zwei Teilen sowie eine Velour-Handysocke. Letzteres ist meiner Erfahrung nach nicht unbedingt der Standard und weil sie so gut passt (zumindest nach mehrmaligen Reinzwängen) und unauffällig aber edel ausschaut, gibts hier einen besonderen Pluspunkt. Für Funktions- & Lieferumfang, den ersten Eindruck quasi, vergebe ich 22 von 25 Punkten.

Design & Verarbeitung
Wenn man das so alles liest, dann will man auch als Tester das KF600 endlich mal selbst in den Händen halten und sich ein Bild davon machen. Tut man das, erblickt man ein edles Design in Schwarz, mit schickem, glänzendem Aluminium-Zierrahmen. Das Teil kann sich sehen lassen, liegt gut in der Hand und braucht den Vergleich mit den Geräten anderer Hersteller nicht zu scheuen. Also auch Schulhoftauglich. ;-)

„Hab gleich zwei Fragen: 1. Was kann man zur Haptik des Telefons sagen? Hochwertig und solide oder Billigplastik? - 2. Taugt der MP3-Player? Danke"
Frage von Helmut am 17.04.08, 7:54 Uhr

Bitte, sehr gern, Helmut. Zu deiner ersten Frage lasse ich mich hier ein wenig aus, zum MP3-Player findest du was am Ende des Testberichts.

Der Slider verrichtet stramm geführt aber leichtgängig seinen Dienst und macht einen stabilen Eindruck. Andere Bereiche der Verarbeitung sind allerdings etwas zu kurz gekommen. Bis auf den eben erwähnten Zierrahmen scheint alles aus Kunststoff zu sein. Die Foto-Taste, über die auch im geschlossenen Zustand Display und Touchscreen-Menü aufgerufen werden, hat einen sehr undefinierten Druckpunkt. Durch den Touchscreen ist die gesamte Vorderseite mit einer Matte überzogen (wohl um den Fingerdruck zu erfassen). Dies hinterlässt nichtsdestotrotz einen - sorry - lapprig billigen Eindruck (minus 5 Punkte).

Die Batteriefach-Abdeckung sitzt fest in ihrer Verankerung. Leider hat man beim Öffnen mitunter das Gefühl, das ganze Handy auseinander zu reißen (minus 2 Punkte). Abschließend ist noch die schlecht durchdachte Platzierung des MicroSD-Steckplatzes zu erwähnen. Er ist nur nach vorherigem Entfernen des Akkus zugänglich. Dickes Minus (5 Punkte) an dieser Stelle, da so ein schneller Kartenwechsel unmöglich ist.

„Ich find das eine sehr gute Idee mit den Fragen. Ich hab zwar n neues Handy, aber mich würd interessieren, wie kratzfest das Display ist. Also - ich mein - kann ich das ungeschützt in meine Hosentasche stecken, wo auch mal das eine oder andere Geldstück zu finden ist, oder muss ich das Handy in so ne schwule Socke stecken, wie meine Freundin das immer macht?"
Frage von feinsinniger Hirsch am 17.04.08, 14:40 Uhr

Ich bitte um Verständnis dafür, dass ich, obwohl in der heutigen Überflussgesellschaft aufgewachsen, nicht wild mit scharfen oder spitzen Gegenständen auf einem fabrikneuen 400-Euro-Handy herumgekratzt habe. Ich bin mir aber ziemlich sicher, dass vor allem der glänzende Aluminium-Rahmen unter einer solchen Behandlung leiden würde. Das Display scheint mir (da mit o.g. Plastikoberfläche versehen) relativ kratzfest zu sein, solange kein Druck ausgeübt wird. Also nur locker mit Geld oder Schlüssel in der Tasche sollte gehen, ohne das Handy komplett zu ruinieren. Doch die beiliegende Socke ist gar nicht mal so schwul, wie du denkst. :-)

Optisch top überzeugt das KF600 auf den zweiten oder spätestens dritten Blick nicht wirklich durch seine Verarbeitung, die zwar im Ergebnis okay ist, aber für ein knapp 400 Euro teures Gerät besser sein müsste. Das kostet saftig Punkte und beschert in Design & Verarbeitung ein Ergebnis von mageren 13 von 25 möglichen Punkten. Schade.

Bedienung & Benutzerfreundlichkeit
Hier punktet das KF600 mit der netten Idee, zwar nicht in iPhone-Manier einen kompletten aber immerhin einen unterstützenden kleinen Touchscreen mitzubringen. Tatsächlich kann der Benutzer vier der sechs im Startbildschirm angezeigten Symbole verändern, um z.B. direkten Zugriff auf den Kalender oder das Verfassen einer SMS zu erhalten. Der Touchscreen funktioniert zudem auch im geschlossenen Zustand des Handys und erlaubt so beispielsweise das Anrufen von Leuten aus dem Telefonbuch, ohne den Slider bemühen zu müssen. Besonders nett ist die Möglichkeit, per Ton oder Vibration ein künstliches Feedback zu erhalten, was bei Touchscreen sonst ja nicht der Fall ist.

Der Touchscreen, den LG übrigens InteractPad nennt, beinhaltet auch die bei anderen Telefonen physisch verbauten Pfeiltasten. Im Test war die Reaktion gut, aber langsamer als bei physischen Tasten. Scrollen durch lange Telefonbücher kann so mitunter zur Geduldsprobe werden. Hier stoßen wir an die Grenzen der Umsetzung der an sich wie gesagt wirklich guten Vision. Wäre es nicht z.B. sinnvoll gewesen, bei der Eingabe von E-Mail-Adressen das @-Zeichen im Touchscreen ganz nach vorn zu bringen, statt im Sonderzeichenmenü auf Seite Zwei? Kleinigkeiten zwar, die sich aber im Rahmen des technischen Standards bewegen, den Wettbewerber von LG im Bereich intuitive Steuerung mithilfe von Touchscreens vorgeben. Das und der teilweise verzögerte und schwerfällige Anschlag kosten satte 5 Punkte.

„...wie "fühlt" sich das OS an? also ich meine damit, die logik in der benutzerführung und die funktionen. schließlich sind wir jetzt alle iphone verwöhnt!!!"
Frage von jens am 20.04.08, 11:48 Uhr

Ohne dem kommenden Absatz über die OS-Benutzerfreundlichkeit zu viel vorweg nehmen zu wollen: Mit der Bedienbarkeit des iPhone kann (und will?) sich das KF600 nicht messen. Es ist ja auch von der Hardwareseite sehr weit davon entfernt, da hier der Touchscreen nicht das zentrale Element der Bedienung ist, sondern eher als Stütze dienen soll. Ein direkter Vergleich wäre daher ein wenig unfair. Allerdings ist zu sagen, dass ich als iPhone-Nutzer seit dem 09.11.2007 mich zu Anfang sehr schwer mit der Umstellung getan habe. Wer also das iPhone und seine Bedienung (nur mit Touch) liebt und nicht ohne kann, sollte dabei bleiben und hier nicht eine günstigere aber ansonsten gleiche Alternative erwarten.

Ansonsten findet der Benutzer eine saubere und leicht zu durchschauende Oberfläche, die sich noch dazu mit verschiedenen Themes an den eigenen Geschmack anpassen lässt. Salopp gesagt: Wer schon einmal ein in den letzten paar Jahren erschienenes Mobiltelefon erfolgreich bedient hat, findet sich auch mit dem KF600 schnell zurecht. Weh tat mir hier nur die Groß- und Kleinschreibung. Wer (mit Raute) am Wortanfang groß schreiben möchte, muss danach noch einmal (mit Raute) zur Kleinschreibung zurückkehren. Der automatische Modus (erster Buchstabe groß, dann klein weiter) kostet aus dem Stand immerhin sechs (!) Klicks. Wenn es einfacher geht, dann ist es aber zumindest kaum intuitiv zu erfassen. Für Freunde langer SMS ein Graus und daher im Testergebnis mit 1 Minuspunkt bestraft.

Gut und leicht zu erfassen ist die Steuerung insgesamt. Daher 19 von 25 Punkten für Bedienung & Benutzerfreundlichkeit.

Sprachqualität, Akkulaufzeit & mehr

„Mich würde die Akkupower interessieren, mein iPhone ist meistens am frühen Abend leer. Bin aber auch ein Dauerlabberer!"
Frage von golpe am 17.04.08, 10:34 Uhr

Wieder eine iPhone-Frage. LG gibt bis zu 150 Minuten Sprechzeit für das KF600 an. Erfahrungsgemäß liegt die Wahrheit ein bisschen unter der Herstellerangaben, was kein Geheimnis ist. Ich habe effektiv nur vier oder fünf Gespräche mit dem Gerät geführt. Einfach, weil ich eben kein Dauertelefonierer bin, meine Handyrechnung nicht von electrobeans bezahlt wird und ich auch nach diesem Test noch Freunde haben will, die nicht hoffnungslos von mir genervt sind. Ich muss mein iPhone auch nur alle drei bis vier Tage aufladen und ziehe daher meinen Hut vor deiner Ausdauer beim Telefonieren. Im Test musste ich das KF600 auch nach etwa drei Tagen mit o.g. Gesprächen, ein paar Minuten Websurfen und viel Herumgespiele inklusive MP3-, Radio-, Vibrationstest und mehrfachem Ein- und Ausschalten nicht einmal aufladen und habe immer noch volle drei Batteriepunkte. Daraus lässt sich schließen, dass das KF600 je nach Benutzung einen (wesentlich) längeren Atem als Apples iPhone hat.

Die Sprachqualität ist sehr gut. Auch bei weniger guter Netzstärke waren praktisch keine Einbußen hinzunehmen.

Der MP3-Player ist so, wie ich ihn z.B. von Samsung-Handys gewohnt bin. Ohne viel Schnickschnack aber mit sehr guter Klangqualität. Das mitgelieferte Headset ist für meinen Geschmack etwas leise in der Ausgabe. Einzig der geringe interne Speicher trübt das Musikvergnügen. Hier brauchts eine MicroSD-Karte. Heißt: Zusatzkosten bei mehr als fünf Liedern. Das FM-Radio brachte bei meinem Test (drinnen wie unter freiem Himmel) keinen sauberen Empfang, geschweige denn RDS-Anzeige. Da ich aber schlicht und ergreifend nicht auf dem Laufenden darüber bin, was man von Handy-Radios erwarten kann, gibt es hier fairerweise keinen Punktabzug. Die Kamera liefert verhältnismäßig gute Bilder. Auch hier stört aber der kleine interne Speicher. Und weil es sich eben um ein Multimedia-Gerät handelt, kostet der in der Wertung 6 Punkte und zeigt, dass Tester und Kunden es nicht mögen, erst noch einmal Zusatzspeicher kaufen zu müssen, um alle Funktionen richtig nutzen zu können.

Schön ist übrigens, dass auch ohne die mitgelieferte Software ein Transfer von Multimedia-Inhalten zwischen PC und LG KF600 problemlos funktionierte. (Die kleine Disc wollte sich dann auch leider nicht in das Superdrive-Laufwerk meines iMac bequemen. Sei's drum.) Insgesamt beschert die Kategorie Sprachqualität, Akkulaufzeit & mehr dem KF600 also 19 von 25 Punkten.

Fazit
Wenn ich mich jetzt nicht verrechnet habe, komme ich auf ein Endergebnis von 73 von 100 möglichen Punkten. Schade, denn die Grundidee, einen Touchscreen zur Unterstützung der gewöhnlichen Menüführung heranzuziehen, ist keine schlechte. Damit alles transparenter wird, habe ich in diesem Test die Minuspunkte explizit vorgetanzt. Die meisten Punkte kostete das KF600 im Test die teils schlechte Verarbeitung, die uninspirierte Umsetzung der Idee und der wirklich winzige interne Speicher, der nur mit unverstänlich hohem Aufwand weil schwer zugänglichem Steckplatz für MicroSD-Karten erweitert werden kann. Einen besonderen Pluspunkt gab es nur für den beiliegenden (heterosexuellen) Strumpf, weil dieser nicht unbedingt in der Erwartungshaltung des Durchschnittskunden liegt.

Das KF600 ist für Kunden geeignet, die gerne an Innovation schnuppern und (zwangsläufig) Slider-Handys mögen. Es kann euer bester Freund und treuster Begleiter werden, ein Freund mit langem (Akku-)Atem. Mein Tipp: Geht in den Laden, spielt ein bisschen auf dem KF600 herum, schaut nach rechts und links und verschafft euch kritisch einen Überblick über das Angebot. Ich persönlich würde mir das Gerät nach den Testeindrücken nicht ohne Vertrag, also für 399 Euro, holen. Als subventioniertes Abschluss- oder Verlängerungsgerät ist es aber durchaus eine Überlegung wert.



3 Kommentare

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jens - 28.04.2008, 09:24 Uhr

danke, danke... für diesen ausführlichen rückblick!

Bubble Grey
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Handyshop - 28.04.2008, 09:29 Uhr

Ein subventioniertes Telefon ist im Endeffekt genauso teuer, wie das Handy ohne Vertrag. Denn ersten wollen die meisten Anbieter eine Zuzahlung zur Grundgebühr und die Tarifdetails sind meistens auch recht ungünstig. Daher lieber mal das Geld für ein Handy ausgeben, dafür einen günstigeren Vertrag nehmen.

Bubble Grey
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Helmut - 28.04.2008, 09:57 Uhr

Hallo, danke für den Test und die Beantwortung meiner Fragen ! Ihr seid echt spitze ! Grüße Helmut

Bubble Grey