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Die electrobeans Keynote-Nachlese
Das war sie also, die letzte MacWorld-Keynote bis auf weiteres (wir berichteten). Nicht einmal Steve Jobs himself hielt die lieb gewonnene Lobrede auf das neue Produktportfolio sondern der nette Onkel Phil. Und weil die electrobeans-Redaktion zu einem nicht zu vernachlässigenden Teil aus eingefleischten Mitgliedern der Apple-Fangemeinde besteht, darf eine Nachlese der MacWorld-Keynote 2009, die gleichzeitig auch ein bisschen Nachruf ist, nicht fehlen.
iLife '09, iWork '09 und iWork.com
Die iLife-Familie wird scheinbar erwachsen. Mit zahlreichen neuen Features, besonders für iPhoto, iMovie und GarageBand, vergrößert Apple - man muss es sagen - den Vorsprung zur Konkurrenz in Sachen Kreativsoftware aus einem Guss. Besonders die mangelnde Flexibilität des im vergangenen Jahr komplett neu entwickelten iMovie konnte man allem Anschein nach beheben. Näheres wird sich Ende Januar zeigen, wenn die iLife-Suite lieferbar sein wird.
Grundsolide auch die Feature-Upgrades in Pages, Keynote und Numbers. Die Produktivitäts-Suite iWork nähert sich dem, wonach es der Zielgruppe verlangt. Ob iWork.com, die Austausch- und Zusammenarbeits-Plattform - nun in der noch kostenlosen Betaphase - auch schaffen kann, Apple im (Semi-)Businessbereich (?) und bei der Schaffung einer Schnittstelle zwischen Windows- und Mac-Usern voran zu bringen, bleibt abzuwarten und ist wohl auch davon abhängig ob a) man es schafft, die Pannen des MobileMe-Starts nicht zu wiederholen und b) der „fee-based" Service nach dem Betastatus zu einem konkurrenzfähigen Preis angeboten werden wird.
MacBook Pro 17"
Das war nun echt keine Überraschung: Man lässt das 17-Zoll-Flaggschiff der MacBook Pro Reihe seinen kleinen Geschwistern, die ihm Ende 2008 äußerlich und innerlich fremd geworden waren, in die Welt der Alu-Unibodys und Glas-Trackpads folgen und spendiert gleichzeitig einen mutmaßlichen Super-Akku mit bis zu 8 Stunden Laufzeit und 1000 Ladezyklen. Das freut die Kunden und lenkt hoffentlich von der unschönen Nebenerscheinung des nicht in Eigenregie wechselbaren Akkus ab. 179 Euro soll ein Austausch bei Apple kosten.
Dennoch - so prognostiziere ich einfach mal frei aus dem Bauch heraus - wird das neue MacBook Pro in der professionellen Zielgruppe seine Anhänger finden. Die verblassen dann vor Stolz über ihren neuen Schoßwärmer im Einklang mit dem nun wieder optional und gegen Aufpreis verfügbaren Matt-Display. Halleluja!
Ansonsten gab es in Hardware-Hinsicht keine großen - nein, gar keine - Überraschungen und so sind wir auch schon fast am Ende unserer „The Day After"-Betrachtungen.
iTunes Plus, Plus, Plus
Endlich! DRM bröckelt, wohin man schaut. Und noch bevor es Amazons MP3-Angebot in die deutschen Arbeitszimmer schaffte, schmeißt Apple mit beliebig kopier-, abspiel- und brennbaren Musiktiteln in besserer Tonqualität und mit größerem Speicherbedarf um sich. Acht Millionen sollen es seit gestern Abend (unserer Zeit) sein - wir sind noch am Nachzählen.
Gleichzeitig mit DRM zerfließt auch Apples starres 99-Cent-Preisgebaren unter dem sanften aber hartnäckigen Druck der Musikindustrie. Immerhin soll es demnächst (ab April) Songs für 69 Cent im iTunes Store geben. Die vermutlich neuesten und heißesten Tracks kauft der geneigte Kunde dann aber für stolze 1,29 Euro, was den Preisvorteil zur Konkurrenz (wie z.B. Musicload) zumindest teilweise dahinschwinden lässt. Man kann eben nicht alles haben.
Dafür dürfen wir unsere Musik nun auch per iPhone über 3G und wohl auch EDGE erstehen.
The best is yet to come...
Und so war Tony Bennetts Abschlussdarbietung des Songs „The best is yet to come..." wohl keine zufällig ausgewählte. 2009 wird - auch nach dem Tod der MacWorld-Keynotes - wieder ein spannendes Jahr für Apple-Fans und ein Schlaraffenland für die, die sich über sie die Mäuler zerreißen. Das Beste kommt noch...

3 Kommentare
Ich bin sehr gespannt ob Apple nicht schon auf dem Gipfel des Erfolgs sitzt.
"Das Beste kommt noch...", ich scroll unter das Tony Bennett Bild und plötzlich steht da "Der Hello Kitty Shop" und ich dachte für einen kurzen Moment, das würde noch zum Artikel gehören...

