Rubrik: Foto & Video | Speichermedien
Review: AC Ryan ACR-PV72100 Playon! DVR Video Festplatte
Multimedia-Festplatten gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. Hersteller versprechen viel, doch was können die Multimedia Speicher wirklich? AC Ryan hat mit dem ACR-PV72100 Playon! DVR ein Gerät am Markt, dass neben der Wiedergabe auch Videos aufzeichnet. Electrobeans hat sich den Festplatten-Spieler näher angeschaut.
Auspacken und staunen
Die ansprechende blaue Box ist schnell von ihrem Inhalt befreit: Netzteil, Fernbedienung, Wlan Modul, USB-Kabel, Bedienungsanleitung und natürlich der Playon! PVR. Es ist alles da. Das Gehäuse des Players macht einen stabilen Eindruck. Sehr viele Anschlüsse am Heck und einige Knöpfe an der Front. Die Schnell-Start Anleitung auf englisch verrät, wie das Case geöffnet werden kann. Einige Schrauben später zeigt uns das PVR seine Innereien. Ein großer Controller inklusive Videoprozessor sitzt auf einer Platine und wird von einem Metallkäfig umschlossen. In diesen wird die Festplatte geschraubt. In der Redaktion kam die Festplatte HD103UJ von Samsung mit 1000 Gigabyte zum Einsatz. S-ATA- und Stromkabel müssen noch angeschlossen werden, dann kann das Case wieder geschlossen werden. Leider wurde bei dem „Made in China" Produkt nicht ganz sauber gearbeitet. Von sechs Schrauben passen leider nur vier Stück gleichzeitig. Das ist aber nur ein kosmetischer Fehler. Der Funktion sollte das allerdings keinen Abbruch tun.
Plug & Play: anstöbseln und loslegen.
Also ab ins Wohnzimmer und die Box auf dem Hifi-Rack plaziert. Neben dem schwarzen LCD macht der Playon! DVR eine sehr gute Figur. Jetzt sind die Kabel an der Reihe: Netzwerk ist klar, Strom ist klar. Bei der Audio und Video Übertragung hat der Anwender die Qual der Wahl. Digital ist meist besser als analog. Deshalb sollte, wenn es möglich ist, Bild und Ton über den HDMI-Ausgang mit der Heimkinoanlage Kontakt aufnehmen. Alternativ kann der Ton auch digital über einen koaxialen oder optischen Digital-Ausgang übertragen werden. Natürlich können sämtliche Signale auch über die analogen Ausgänge übertragen werden. High Definition Bilder können nämlich auch über den Komponenten-Ausgang (Blau, Grün, Rot) übertragen werden. Falls keine HD-Glotze vorhanden, werden die Bilder nur über normalen Composite-Ausgang übertragen. Ein zusätzlicher S-Video-Anschluss wäre beser gewesen. Merkanal-Ton geht nur über einen der digitalen Anschlüsse. Analog ist bei Stereo schluss.
Sobald der DVR mit Strom versorgt ist, legt die Festplatte los... und schält sich danach wieder ab. Das ist etwas irritierend. Man sollte Vorsicht gewähren lassen, wenn man noch am verkabeln ist.
Der Powerknopf am Laufwerk oder auf der Fernbedienung erweckt den PVR zum Leben. Die Knöpfe an der Front wechseln die Farbe von tiefschwarz auf blau und am Fernseher wird das erste Bild ausgegeben.
Darauf muss man sich einstellen ...
Bevor der PVR in das Hauptmenü springt, muss noch die Konfiguration der Box durchgeführt werden. Der Guide führt den Cineasten durch alle wichtigen Einstellungen, wie Auflösung und Netzwerk. Ein Teil der Konfiguration ist die Formatierung der Festplatte. Diese kann mit den Dateisystemen Fat32 und/oder NTFS formatiert werden. Fat32 ist auf jeden Fall die bessere Wahl. Der PVR kann nämlich nur Fat32 Partitionen beschreiben. Bei NTFS Partitionen müssen die Media-Dateien den Umweg über einen Computer gehen. Während der Formatierung kann man getrostet einen Kaffee trinken gehen. Die von der Redaktion verbaute 1000 Gigabyte Festplatte lies 20 Minuten auf sich warten. Nach der Formatierung gelangt man in das ersehnte Hauptmenü.
Á la Menu
Das Hauptmenü ist es übersichtlich aufgebaut. Lediglich fünf Auswahlmöglichkeiten: VideoIn, Playback, Browser, Setup und Playlist. Die Option „VideoIn" schält den PVR, wer hätte es gedacht, in der Aufnahme-Modus. Sofort wird das Bild der angeschlossenen Videoquelle angezeigt. Das kann zum Beispiel ein alter Videorecorder sein. Eigentlich kann es jede Videoquelle angeschlossen werden, die einen Composite-Anschluss hat. Audio wird über zwei Chinch-Stecker eingespeist. Composite ist leider der kein besonders hochwertiger Anschluss für Aufnahmen von Video-Quellen, doch das Resultat kann sich sehen lassen.
Für den Aufnahmetest wurde eine Playstation 3 (DVD-Player) und ein Satelliten-Receiver via Composite-Video und Chinch-Audio an den Playon angeschlossen. Der „Record"-Button auf der Fernbedienung startet die Aufnahme. „Stop" beendet diese wieder. Alles in Allem sehr einfach. Die Auflösung der Videoquelle muss aber auf 576i umgeschlten werden, da die Aufnahmen sonst in einem 4:3 Fenster aufgenommen werden. Damit man mit dem Playon auch mal pünktlich die Sportschau oder die Lieblingsserie aufnehmen kann, ist das Gerät auch mit einer Timerfunktion ausgestattet. Die Aufnahme startet und endet zur gewünschten Zeit. Der Klogang während dem Spielfilm ist, Dank der Timshift-Funktion, auch möglich.
Vorhang auf und Playback
In dem Menü „Playback" können die Aufnahmen aus „Video-In" wiedergegeben werden. Alle Mitschnitte werden in dem Explorer mit einem Vorschauvideo und allerlei Informationen angezeigt. Es können elementare Optionen geändert werden, wie z.B. der Dateiname. Ansonsten ist dieser Menüpunkt sehr übersichtlich. Die Aufnahmen selbst machen einen guten Eindruck. Bild und Ton können sich sehen lassen, wenn man bedenkt, dass der Playon! PVR nur über Composite aufnimmt.
Der „Browser" behält die Übersicht über sämtliche Mediadateien auf dem Playon. Diese können wahlweise von USB, der internen Festplatte oder dem Netzwerk eingespeist werden. Über den USB-Port werden Daten von USB-Sticks und Festplatten gelesen. Im Netzwerk kann via einfacher Dateifreigabe auf das restliche lokale Netzwerk zugegriffen werden. Damit man nicht jedes mal die Adresse, Benutzer und Passwort eingeben muss, können sogenannte „Shortcuts" erstellt werden.
Der Zugriff auf die einzelnen Dateien funktioniert ähnlich wie im Windowsexplorer oder im Finder von Mac OSX. Alle Mediendateien, seien es Fotos, Musik oder Filme, werden direkt im „Browser" Wiedergegeben. Bilder werden gut dargestellt und lassen sich auch in einer Slideshow unterbringen. Die Diashow der Urlaubsbilder kann auch mit Musik untermalt werden. Musik gibt es aber natürlich auch ohne Bilder. MP3, WAV und OGG die die favorisierten Formate. Einzelne Titel können einer Playlist hinzugefügt werden. Viele Titel hinzuzufügen ist allerdings Geduldssache, da wieder alles per Fernbedienung eingetragen werden muss. Bei Video-Formaten ist das Gerät allerdings wählerisch. In Standart-Auflösung werden alle MPEG 1 - 4 Videos in Kompatiblen Containern wie DivX, Xvid, Avi, uvm. wiedergegeben. Bei hochauflösendem Material gibt sich die Kiste bockig und akzeptiert nur Filme im AVI-Container. HD-Material wird mit einer maximalen Auflösung von 1080i wiedergegeben. Welche Formate der Playon frisst, kann man hier der Herstellerseite entnehmen.
Von bewegten Bildern und großen Tönen
An einem HD-Fernseher und einer anständigen Sound-Anlage macht der Playon DVR richtig Spass. Mit einer Auflösung von 720P oder 1080i liefert der Spieler knackige Bilder. Auch Material in Standard-Auflösung kann sich sehen lassen. Mit einem hochwertigen DVD-Player kann er jedoch nicht mithalten. Dafür rauscht das Bild zu stark. Der Komposite-Anschluss sollte allerdings nur in Notfällen verwendet werden, denn die Bilder über HDMI oder den Komponenten-Anschluss sehen deutlich besser aus.
Die großen Töne bleiben natürlich auch nicht aus. Surround-Sound bei Filmen und Stereo-Ton für de Musik. Der Playon PVR kann beides gut. Der Stereo-Ton über den analogen Anschluss ist leider etwas dünn.
Einstellungen und Playlists
Gut erreichbar im Hauptmenü ist das Einstellungsmenü. Alle Wichtigen Optionen wie Auflösung, Audio-Übertragung, Netzwerk etc. können hier vorgenommen werden. Wer statt einem Netzwerkkabel die Funkstrecke über den mitgelieferten WLAN Dongle bevorzugt, der kann hier die Einstellungen vornehmen. Alle Einträge sind leicht verständlich und gut angeordnet.
Als letztes findet sich auf im Hauptmenü der Playlisteintrag. Im „Browser" können Audio-Titel einer bestimmten Playlist hinzugefügt werden. Der Hersteller verspricht, dass mit dieser Funktion auch Musik gespielt werden kann, obwohl der Playon an keinem Fesrnseher hängt. Allerdings ist diese Funktion mehr guter Wille als eine wirkliche Lösung. Ohne ein Display in irgendeiner Form und mit fehlender Skip-Funktion ist der Eintrag leider recht unbrauchbar.
Der Drückeberger
Bei allen Operationen an dem Playon ist die Fernbedienung im Einsatz. Sie liegt gut in der Hand und die Tasten haben einen angenehmen Druckpunkt. Im Dunkeln ist sie leider nicht zu gebrauchen, denn die Tasten sind nicht beleuchtet. Aber auch im Hellen ist sie nicht immer ein guter Helfer, denn die Beschriftung ist stellenweise irreführend. Wer würde vermuten, dass die Taste „Guide" zurück ins Hauptmenü führt und warum kann man viele Tasten in bestimmten Menüs nicht benutzen? Trotzdem lassen sich alle Operationen bequem von der Couch ausführen.
Fazit: Der Playon von AC Ryan kann vieles, aber nicht alles perfekt. Hier und da sind die Menüs etwas unverständlich und einige Funktionen nicht ganz zu Ende gedacht. Wett macht diese Umstände allerdings der Preis des Geräts. 189€ für einen Festplatten-Player mit Aufnahmefunktion gibt es nicht auf dem Markt. Die Festplatte muss extra gekauft werden. Wer sich also gerne Urlaubsbilder Bilder, online gekaufte Musik und Filme nicht nur am Heimcomputer, sondern auch einfach am Fernseher anschauen möchte, ist mit dem Playon von AC Ryan sehr gut beraten. Das Gerät taugt auch, um den ein oder anderen VHS-Film zu digitalisieren oder Fernsehsendungen von einem Receiver aufzuzeichnen. Er bekommt von der Electrobeans-Redaktion einen Kaufempfehlung. Das Gerät ist für 189€ zum Beispiel hier zu kaufen.
4 Kommentare
An (cs) Christian Schlecht:
Hallo,
danke für den Test des AC Ryan ACR-PV72100 Playon! DVR .
Hierzu noch 2 Fragen:
1. Ist es möglich, wenn sich in einem Videoordner beispielsweise 25.500 Clips befinden,diese DIREKT über eine Nummernanwahl, zb.: 1-2-4-6-8 (für Clip Nr: 12468) anzuwählen ?
Ansonsten müsste man sich vermutlich mit einer Pfeiltaste durchklicken, oder Unterordner nach ABC einrichten, dann den entsprechenden Buchstaben wählen und sich dann ebenfalls wieder durchklicken bis zum gewünschten Clip.
2. Als mp3-Player mit "shuffle-play" ist das teil wohl nicht zu benützen ? Er zeigt ja wol keine ID-Tags an ?
mfG
Kurt
( mail: soerweiwel@gmx.net )
An (cs) Christian Schlecht:
Hallo,
danke für den Test des AC Ryan ACR-PV72100 Playon! DVR .
Hierzu noch 2 Fragen:
1. Ist es möglich, wenn sich in einem Videoordner beispielsweise 25.500 Clips befinden,diese DIREKT über eine Nummernanwahl, zb.: 1-2-4-6-8 (für Clip Nr: 12468) anzuwählen ?
Ansonsten müsste man sich vermutlich mit einer Pfeiltaste durchklicken, oder Unterordner nach ABC einrichten, dann den entsprechenden Buchstaben wählen und sich dann ebenfalls wieder durchklicken bis zum gewünschten Clip.
2. Als mp3-Player mit "shuffle-play" ist das teil wohl nicht zu benützen ? Er zeigt ja wol keine ID-Tags an ?
mfG
Kurt
( mail: soerweiwel@gmx.net )
Ich hab den Artikel erst überflogen, aber fehlende SCART-Schnittstelle macht das Gerät für Deutschland eher kompliziert - oder? Und wenn ich sehe, dass das Interface "Wiedergabe" nicht vollständig darstellen kann, weiß ich schon woher der Wind weht.
Schaut euch doch bei Gelegenheit noch mal den Ellion HMR 350-N an - Preis liegt bei 190 Euro ohne Platte.
@kurt
ich werde das demnächst noch überprüfen. Ich schreib dir dann eine Email

