Review LittleBigPlanet: Nette Sackgesichter mit Klassikerpotential
[cs] 03.01.2009, 01:42 Uhr

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„Es wurde viel Potential nicht genutzt", „zu große Erwartungen", „nicht gerade revolutionär". Das sind Kommentare zu Computerspielen, die nach großartigen Ankündigungen nicht überzeugen konnten. Dies passierte in der Vergangenheit vor allem bei Games, die revolutionäres Gameplay, neue Dimensionen der Interaktivität oder immense Komplexität versprachen. Kurz vor Weihnachten veröffentlichte Sony Entertainment ein Spiel, dass trotz großer Ankündigungen vielleicht halten kann, was versprochen wurde: LittleBigPlanet!

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Sackboy: der Hauptdarsteller von LittleBigPlanet

Spielgefährte
Darf ich vorstellen: Sackboy! Diese braune Stoffpuppe ist der Protagonist von LittleBigPlanet und mit allerlei Fähigkeiten ausgestattet. Er kann tanzen, Gegenstände sprengen, Jetpack fliegen, die Unterwelt durchqueren, .... Doch man sollte nicht zu viel vorweg nehmen.

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Kleine Große Zentrale: von hier aus gehts in die Levels

Aller Anfang ist leicht
Ausgangspunkt für jedes Spiel ist die Zentrale in Form einer Raumstation mit dem riesigen Playstation Controller. Von dort aus wird Sackboy gleich ins erste Level katapultiert. Der kleine Held muss gleich, in alter „Super Mario Manier", die Königin befreien. Die ersten Passagen dienen als Einführung in die Steuerung und Funkionen des Spiels. Es wird so ziemlich alles Wichtige erklärt: vom Springen, übers Schieben von Kisten, bis hin zu der gut simulierten Computer Physik. Natürlich wird man nicht in den Physikunterricht geworfen. Vielmehr ist damit gemeint, dass grundlegende Gesetze der Natur auch in LittleBigPlanet gelten. Werden Gegenstände von einer Klippe gestoßen, so fallen sie. Wird eine Wand mit Dynamit bearbeitet, so fliegen die Stücke fast wie bei einer realen Explosion. Die simulierten Naturgesetze spielen in vielen Levels eine wichtige Rolle und machen das Lösen von Rätseln noch spannender. Die Macher beschränkten sich dabei nämlich nicht auf ein bisschen Kistenschieben, sondern ließen ihrer Phantasie freien Lauf. Es entstanden Levels in denen alles vertreten ist über realistisches Schwingen an Lianen, Fahrzeuge bewegen, Berge sprengen und vieles mehr. Der Spieler trifft zwschendurch auch auf allerhand Gegner, doch das Hauptaugenmerk liegt auf dem Lösen von Rätseln und Überwinden von Hindernissen.

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Portale statt Blutvergiesen

Gewaltfreie Sackgesichter!
In vielen anderen Spielen beschränken sich die Macher nur auf die Erdanziehungskraft der Spielfigur. Diese ist natürlich auch vorhanden und sorgt dafür, dass Sackboy nicht nur gelegentlich sein Leben verliert. In LittleBigPlanet wird aber bewusst auf Gewalt verzichtet. Fällt Sackboy an einer Stelle ins Wasser oder wird von einem Gegner gebissen, dann verschwindet die Figur von der Bildfläche. Sie taucht an der nächstgelegenen Station, einem Art Portal, wieder auf. Das Ganze geschieht ohne Blutvergießen. Die Portale dienen innerhalb der Levels als Speicherpunkt. Nach fünf Versuchen an einem Portal wird der Spieler zurück an den Anfang des Levels versetzt.
Man könnte nun meinen, dass das Spiel keinerlei Spannung aufbaut. Im Gegenteil! Es wird stellenweise sehr gruselig und düster. Doch auch diese Stellen sind absolut Kindergerecht. Also liebe Eltern: dieses Spiel kann bedenkenlos an Kinder weitergegeben werden.

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Sackboy wird auf die Unterwelt vorbereitet!


Reise, Reise
Im weiteren Verlauf der Levels wird Sackboy durch die Kontinente der Erde geführt und hat immer eine kleine Geschichte im Schlepptau. Die Stoffpuppe bahnt sich ihre Wege durch die Wüste Mexikos, die Wälder von Japan und sogar durch die düstere und ständig brennende Unterwelt. Doch bevor der nächste Kontinent betreten werden kann, müssen die vorherigen Levels durchgespielt werden. An manchen Stellen kann das auch ganz schön Nerven kosten.
In jedem Kontinent wird man von einer bestimmten Figur durch die Levels geführt. Meist sind es Marionetten, die mit netter Musik oder irrwitzigen Stimmen unterlegt werden: der Kampfkunstmeister redet mit Babylachen und ein fieser Mafiosi „beatboxt" seine Drohungen. Die Figuren versorgen den Spieler mit neuen Informationen über Gegenstände, das laufende Level oder kommende Gegner.

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Sackboy und Sackgirl bekommen ein Kleid und ein Element für den Leveleditor

Jäger und Sammler
In jeder Passage sammelt Sackboy Gegenstände ein. Viele der Items können „auf dem Weg" durch das Level eingesammelt werden, doch die wirklich tollen Sachen müssen gesucht werden. Geheimgänge, waghalsige Sprünge und viele Versuche gehören einfach dazu. Bei den gesammelten Gegenständen handelt es sich um Kostüme, Dekos und Elemente für den Leveleditor. Die Klamotten oder Accessoires können, wie damals im Puppenhaus der Schwester, dem eigenen Sackboy nach belieben angezogen werden. Bei LittleBigPlanet dürfen also auch die Jungs ungestraft mit Puppen spielen. Es gilt das Motto: Man darf alles, was gefällt. Sackboy zieht auch gerne einen Bauhelm, Goldkette und Umhang an.
Dekos sind Aufkleber oder Gegestände, die überall im Level aufgeklebt oder angeheftet werden können. Manche können auch an die anderen Sackboys geklebt werden. Allerdings erfüllen sie nur in den wenigsten Fällen einen Sinn. Tipp: der ein oder andere Geheimgang wird mit Stickern freigeschalten werden.

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4 Punkte für das Level!

Der Leveleditor
Manchmal handelt es sich bei den Gegenständen auch um Elemente für den Leveleditor. Warum also nicht mal einen Blick riskieren? So schwer kann das schon nicht sein. Doch wer noch nie einen Leveleditor verwendet hat, der soll hiermit gewarnt sein: ein gutes Level zu designen kann eine echte Herausforderung darstellen. Als erstes sucht sich der der Spieler ein Schauplatz für das Level aus. Besonders beeindruckend sind das Großstadtszenario und die japanischen Gärten. Danach geht es an das eigentliche Level. Stein auf Stein oder besser Bit auf Bit entsteht eine neue Welt. Mit den Gestaltungswerkzeugen lässt sich nahezu jede erdenkliche Form erstellen und das eigentlich Level nimmt langsam Gestalt an. Schalter, Explosionen, Hindernisse, Gegner, Fahrzeuge ... dürfen natürlich nicht fehlen.
Selbst erstellten Gegenständen können Funktionen zugewiesen werden und so entstehen aus leblosen Bauklötzen tanzende Gestalten oder bewegliche Fahrzeuge. Sony setzt der Phantasie des Spieler kaum Grenzen. Eine Mitarbeiterin von Sony UK hat Electrobeans verraten, dass der Leveleditor fast dem Programm der Level-Designer entspricht. Tatsächlich können viele Elemente aus den enthaltenen Levels nachgebaut und in eigenen verwendet werden.

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Es sind permanent spielfreudige Sackboys unterwegs!

Multiplayer: Wer spielt mit?
Aber was nützt das beste selbst erstellte Level, wenn es nicht der restlichen Welt gezeigt werden kann? Genau mit dieser Frage setzten sich die Schöpfer von Sackboy auch auseinander. Jedes noch so einfache Level kann der weltweiten Community zu Verfügung gestellt werden. Doch wie wird der Spieler mit der Flut von schlechten Levels fertig? Jedes Level, dass man selbst gespielt hat, wird anschließend mit einer bestimmten Anzahl an Sternen bewertet. Zusätzlich kann auch aus einer Sammlung von vorgefertigten Kommentaren geschöpft werden. Die Levels tragen dann Schilder mit „schwer", „langweilig" oder auch „super", „abwechslungsreich". Nachfolgende Spieler können ihre Suche nach interessanten Levels mit der Auswahl von Kriterien verfeinern. Das grenzt zwar die Auswahl der Levels ein Stück ein, doch wirklich übersichtlich wird die Suche dadurch nicht. Hier könnte in den folgenden Versionen noch etwas nachgebessert werden.

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Einer für alle und alle auf einen!

Das Potenzial des Spiels im Internet wäre aber nicht voll ausgeschöpft, wenn man lediglich seine Levels der Onlinewelt zur Verfügung stellen könnte. Ein ordentlicher Mehrspielermodus ist natürlich Pflicht. Es können bis zu vier Sackgesichter auf einmal über dem Bildschirm laufen. Dabei ist es fast gleichgültig, ob die Freude im Wohnzimmer an der selben Playstation sitzen oder auf der Welt verstreut spielen. Es können die mitgelieferten Levels zusammen erkundet und durchgespielt werden oder, wie schon erwähnt, die Eigenen oder von anderen User erstellten Levels zusammen gespielt werden. Doch das Zusammenspiel gestaltet sich ab und an auch schwerer als der Singleplayer. Gespielt wird nämlich zusammen auf einem gemeinsamen Bildschirm. Wer lange zurück bleibt oder weit vorne weg rennt, verliert ein Leben und taucht im nächsten Portal wieder auf. Teamplay ist also Grundvoraussetzung. Am meisten Spass macht LittleBigPlanet, wenn alle Mitspieler auf ähnlichem Niveau sind.
Manche Passagen der mitgelieferten Levels sind extra für den Mehrspielermodus gemacht und können alleine nicht durchgespielt werden. Hier kommt es auf gutes Teamwork, da sonst die leckeren Gegenstände nicht eingesammelt werden können.
Einziges Manko bei der Onlinezockerei ist die Kommunikation mit den Internet-Sackboys. Der integrierte Chat ist mit dem Playstationcontroler eine Zumutung. Jeder Buchstabe muss mit dem Tastenkreuz ausgewählt werden. Man fühlt sie wie ein 80jähriger, der seine erste E-Mail schreibt. Tipp: eine USB-Tastatur oder das Playstation Keyboard erleichtern die Unterhaltungen.

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Fazit: Es wurde im Vorfeld viel Lärm um LittleBigPlanet gemacht. Doch dieses Spiel hält was es verspricht. Die einfachen Zutaten eines „Jump-And-Run"-Spiels, zubereitet mit einer guten Physik-Simulation, gewürzt mit unheimlich viel Liebe zum Detail und gespickt mit aberwitzigen Ideen ergibt LittleBigPlanet. Diese Spiel ist in vielerlei Hinsicht wegweisend. Natürlich gibt es auch kaum Konkurrenz in dieser Sparte, trotzdem legt es für kommende Spiele die Messlatte extrem hoch. Aber auch im Vergleich zum Rest des aktuellen Geschehens gibt es kaum ein anderes Game, dass so viel Spielspass bringt wie LittleBigPlanet. Daher eine uneingeschränkte Empfehlung der Electrobeans-Redaktion!

Hier noch ein kurzes Video zum ersten Level des Spiels:

 
 
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5 Kommentare
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tobiCOM - 03.01.2009, 21:21 Uhr

erinnert mich an Super Mario, mit Sackgesichtern :)

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Chris - 03.01.2009, 23:10 Uhr

habe bei diesem spiel rein nichts erwartet....
ABER es ist einfach nur GENIAL, probiert es aus!

Kleiner Tipp für alle Interessierten bestellt es in England.(z.B. amazon.co.uk)
Anstatt den üblichen Preis von kanpp 70€ hier in Deutschland könnt ihr dort für den Preis 3 von den Spielen kaufen! knapp 20€ (18 Britische Pfund) pro Stück!
(dennoch mit Deutscher Spachausgabe)

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frank - 04.01.2009, 11:55 Uhr

Geiles Game! Hoffe Kollege Alex läd mich mal zu einem Spielchen ein :)

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frank - 05.01.2009, 07:37 Uhr

also, konnte mir gestern auch ein bild von LittleBigPlanet machen! das spiel is echt der wahnsinn, macht super laune, genialer sound, klasse gameplay und die einführungsrunde mit dem deutschen sprecher is der knüller :irre

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Stefan - 06.01.2009, 20:02 Uhr

Hey, hab mir für das Spiel extra ne ps3 gekauft, was soll ich mehr sagen? :-)

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